Eugenio Pacelli

Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von 1917-1929

Eugenio Pacelli, besser bekannt als Papst Pius XII. (1939-1958), ist wegen seines „Schweigens“ zum Holocaust eine der umstrittensten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Schon als Nuntius in Deutschland bestimmte er von 1917 bis 1929 die vatikanische Deutschland-, Europa- und Weltpolitik maßgeblich mit.
Das Editionsprojekt macht die Nuntiaturberichte Pacellis an die unterschiedlichen vatikanischen Kongregationen in Entwurf und Ausfertigung, die entsprechenden römischen Weisungen sowie die jeweiligen Anlagen einer breiten Öffentlichkeit open access im Internet zugänglich. Es erfasst, ediert und kommentiert dazu mehr als 20.500 vorwiegend italienische, deutsche, lateinische und französische Dokumente aus den vatikanischen Archiven und wertet sie aus. Die Edition wird am Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität in Kooperation mit dem Vatikanischen Geheimarchiv und dem Deutschen Historischen Institut in Rom erstellt.
Die Dokumente werden im XML-Format gespeichert und mithilfe einer exist-Datenbank im Web-Browser angezeigt. Durch das sogenannte Layer-Modell werden die Bearbeitungsschritte der Entwürfe – Einfügungen und Streichungen – dynamisch in verschiedenen, den jeweiligen Bearbeitern zugeordneten Farben visualisiert. Dadurch kann die oft äußerst komplexe Genese der Entwürfe vom ersten Konzept bis zu dem nach Rom abgesandten Original nachgezeichnet werden, was tiefe Einblicke in die Arbeitsweise der Nuntiatur ermöglicht.
Der Zugang zu den italienischen Nuntiaturberichten und Weisungen wird dem Leser durch deutsche Regesten erleichtert. Alle darin genannten Personen werden biografisch nachgewiesen, wenn möglich durch Normdaten erschlossen und automatisiert mit anderen Online-Ressourcen wie biografischen Nachschlagewerken oder Bibliothekskatalogen verlinkt. Die umfangreiche Sachkommentierung umfasst eine Vielzahl von Globalkommentaren, die das klassische Register eines Buches ersetzen. Darüber hinaus ist eine chronologische Ansicht der Dokumente möglich sowie ein Zugang zu den Dokumenten, welcher der Logik der Bestände der vatikanischen Archive folgt. Weitere Suchoptionen runden die Recherchemöglichkeiten ab.

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