Repertorium Germanicum und Repertorium Poenitentiariae Germanicum

Das Repertorium Germanicum sammelt sämtliche deutschen Betreffe aus allen vatikanischen Registerserien und Kameralbeständen und ist auf seinem Wege vom Großen Schisma bis zur Reformation (1378-1517) in der Bearbeitung inzwischen bis 1478 gediehen. Es dient nicht nur der deutschen Orts-und Territorialgeschichte, sondern ist über die anfängliche Zielsetzung hinaus eine Quelle ersten Ranges für Sozial-, Wirtschafts-, Bildungsgeschichte und weitere Fragestellungen.
Daß dem Institut jetzt auch die Akten der Poenitentiarie, der obersten Bußbehörde, zugänglich gemacht wurden, ermöglichte den Beginn einer Parallelreihe Repertorium Poenitentiariae Germanicum.

Nuntiaturberichte und Hauptinstruktionen

Die Nuntiaturberichte, d. h. die diplomatischen Korrespondenzen zwischen den päpstlichen Nuntien und Legaten am Kaiserhof und im Reich und dem römischen Staatssekretariat, stellen dank ihrer chronologischen Geschlossenheit nicht allein eine einzigartige Quellensammlung zur politischen und kirchlichen Entwicklung im deutschen Raum während des 16. und 17. Jahrhunderts dar, sie geben auch Aufschluß über die europäische Politik des Papsttums und über die Geschichte und die Eigenart der päpstlichen Diplomatie. An der Herausgabe von Nuntiaturberichten aus dem Reich beteiligten sich in vereinbarter Arbeitsteilung auch das österreichische Institut, das römische Institut der Görres-Gesellschaft und das damalige tschechoslowakische Institut in Rom. In vergleichbaren Editionsreihen betreuen außerdem andere römische Forschungsinstitute die Herausgabe diplomatischer Korrespondenzen der Nuntien in Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Polen.

Daneben ist zunehmend die Bedeutung der Hauptinstruktionen (Instructiones Pontificum Romanorum) erkannt worden. Inzwischen liegen bereits die Editionen aller Hauptinstruktionen aus drei Pontifikaten vor, die im Auftrag des Deutschen Historischen Instituts erarbeitet wurden.

Berichte des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo aus Deutschland 1930 bis 1939

Herausgegeben von Thomas Brechenmacher

Digitales Editionsprojekt des Deutschen Historischen Instituts in Rom in Kooperation mit der Kommission für Zeitgeschichte Bonn und dem Archivio Segreto Vaticano

Der erste Teil (1933) der Berichte des Apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo aus Deutschland 1930 bis 1939 ist seit 2009 online zugänglich. Es handelt sich um ein Editionsprojekt des DHI Rom in Kooperation mit der Kommission für Zeitgeschichte Bonn und dem Archivio Segreto Vaticano.
Die jetzt zum ersten Mal vollständig publizierten und mit einem in deutscher Sprache abgefaßten wissenschaftlichen Kommentar versehenen Berichte des Nuntius Cesare Orsenigo aus dem Jahr der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ bilden eines der wichtigsten Quellencorpora zur Frage des Verhältnisses von römisch-katholischer Kirche, Papsttum und Nationalsozialismus. Bis zur Freigabe der vatikanischen Akten aus dem Pontifikat Papst Pius‘ XI. (1922-1939) im Jahr 2003 waren die Berichte Orsenigos nur in wenigen vereinzelten Ausschnitten bekannt gewesen. Die Edition der Berichte Cesare Orsenigos wird den Kenntnisstand über das Verhältnis von katholischer Kirche und NS-Regime in vielen Details bereichern.
Die Edition zum Jahr 1933 enthält rund 200 Dokumente, neben den Berichten des Nuntius auch zahlreiche Anweisungen von Kardinalstaatssekretär Pacelli an den Nuntius in Berlin. In den kommenden Jahren soll die Edition sukzessive um die Berichte aus den Jahren 1930-1932 sowie 1934-1939 erweitert werden.

Technische Realisation: Projekt Digitale Editionen neuzeitlicher Quellen (DENQ).

Eugenio Pacelli. Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von 1917-1929

Die Öffnung aller Akten aus dem Pontifikat Pius’ XI. im Vatikanischen Geheimarchiv 2003 und 2006 macht es möglich, alle rund 6.500 Nuntiaturberichte, die Eugenio Pacelli, der spätere Pius XII., zwischen 1917 und 1929 in den zwölf Jahren seiner Tätigkeit in Deutschland nach Rom sandte, in einer kritischen Online-Edition Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf der Basis einer Kooperation des Seminars für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Deutschen Historischen Institut in Rom und dem Vatikanischen Geheimarchiv werden diese Berichte Pacellis im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Langfristvorhabens in Entwurf und Ausfertigung inklusive aller Anlagen kritisch ediert, durch Regesten erschlossen und kommentiert. In regelmäßiger Folge werden die Dokumente jahrgangsweise unter www.pacelli-edition.de online gestellt. Zwischenzeitlich sind die Jahre 1917 bis 1923 erfasst, für das Jahr 1923 auch die Privatkorrespondenz von Pacelli mit dem Substituten im Staatssekretariat, Giuseppe Pizzardo.