Genealogie und Heraldik im Umfeld des "Linceo" Federico Cesi (1585-1630): Ein Beispiel für die Mittelalter-Rezeption um 1600

Dr. Andreas Rehberg

S. Angelo Romano, Castello, Fresko mit Stammbaum des "Linceo" Federico Cesi (1585-1630)

Angeregt durch sein neues Forschungsgebiet der Wappenkunde in Rom, hat Andreas Rehberg eine interdisziplinäre Gruppe von Exponenten/-innen der Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Botanik, Heraldik und Epigraphik konstituiert. In Ergänzung des Rahmenprojekts Erschließung von Quellen zur Geschichte der römischen Kommune im Spätmittelalter und in der Renaissance werden die mit verschiedenen Medien arbeitenden genealogisch-heraldischen Bemühungen im Umfeld des Begründers der Accademia dei Lincei Federico Cesi (1585-1630) untersucht. Der nach seinem Emblem des Luchs auch "Linceo" genannte Federico entstammte einer ursprünglich umbrischen Familie, die in ihren Kunstaufträgen über mehrere Generationen hinweg ikonographisch-heraldisch den Anschluß an die römische Oberschicht zu visualisieren suchte. Dabei hoben die Cesi nicht nur auf antik-mythische Ahnen, sondern auch auf mittelalterliche Protagonisten ab, was ihrer Selbstinszenierung auch eine beispielhafte Rolle in der Neubewertung des Mittelalters verleiht, die man in Rom um 1600 feststellen kann und deren Erforschung einen wichtigen Aspekt des Projektes bildet. Unterstützt wird das Cesi-Projekt durch die Accademia dei Lincei und – was die Realisierung der umfangreichen Bilddokumentation auch an schwer zugänglichen Orten betrifft – durch die Bibliotheca Hertziana.

Dr. Andreas Rehberg
Referent für Spätmittelalter, Koordination Repertorium Germanicum, Betreuung Archiv
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