Italienische Instrumentalmusik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Dr. Stephanie Klauk

Die Musikgeschichtsschreibung sieht die italienische Instrumentalmusik des späteren 18. Jahrhunderts gemeinhin als eine Gattung im Schatten der Oper. Sie wird vor allem aus der Perspektive des Auslands eher gering geschätzt als eine gegenüber der Oper einerseits und der "Wiener Klassik" andererseits minderwertige Musik. Dieses Wahrnehmungs- und Beurteilungsmuster hat auch die musikwissenschaftliche Forschung bis heute maßgeblich beeinflusst. Breit angelegte quellengestützte Repertoireuntersuchungen, die derartige Bewertungen hätten bestätigen oder entkräften können, wurden allerdings bislang nicht durchgeführt.

Im Rahmen des Projektes soll deshalb neben der Musiktheorie, neben Reiseliteratur und der zeitgenössischen musikalischen Presse vor allem das noch weitgehend unerforschte Repertoire selbst im Vordergrund stehen. Ausgangspunkt der Untersuchung bildet dabei die überwiegend handschriftlich überlieferte Instrumentalmusik in den Archiven und Bibliotheken Roms. Es wird folgenden zentralen Fragestellungen nachgegangen: Wie ist die italienische Instrumentalmusik in der zweiten Hälfte des Settecento mit Blick auf Theoriebildung, Kompositionslehre und Rezeption zu kontextualisieren und in welchem Austausch stehen in Italien wirkende Komponisten und Musiker mit Wien und anderen europaweit ausstrahlenden Zentren der Instrumentalmusik?