Simone Lombardo, I genovesi alla guerra d'Otranto (1480–1481). Diplomazia informale, spie e crociata nell'Italia rinascimentale
Anhand der Beteiligung Genuas am Kreuzzug gegen die Türken von Otranto lässt sich ein recht umfassendes Bild der Zusammenhänge zwischen Lokalpolitik, internationalen Strategien und Handelsinteressen im Mittelmeerraum des späten 15. Jahrhunderts nachzeichnen. Anhand eines reichen Quellenkorpus beleuchtet das Buch die Verflechtungen zwischen informeller Diplomatie, privaten Interessen, Emotionen, Spionagenetzwerken, italienischen Machtbalancen und internen politischen Kämpfen, die sich in den Jahren 1480–1481 überlagerten. Die Expedition der Genueser spiegelt politische Veränderungen, komplexe Verhandlungen, das Fortbestehen des Kreuzzugsideals und vor allem die Nostalgie Genuas nach der Levante wider. Trotz der "Wiederhinwendung zum Westen" zeigt der Wunsch, die verlorenen Kolonien zurückzugewinnen, dass in Genua für einige die Vorstellung einer Rückkehr in den Orient nach wie vor im Mittelpunkt stand. Das Unterfangen von Otranto erweist sich somit als paradigmatischer Moment, der eine andere, mediterrane Renaissance aufscheinen lässt.
Ricerche dell'Istituto Storico Germanico di Roma
20: Simone Lombardo, I genovesi alla guerra d'Otranto (1480–1481). Diplomazia informale, spie e crociata nell'Italia rinascimentale, Roma: Viella 2025 (268 S.), ISBN 979-12-5701-085-0.

