Europäische Gegenbewegungen: Euroskeptische Vernetzungen von den Anfängen der europäischen Integration bis heute

Andrea Carlo Martinez M.Phil.

Das Forschungsprojekt zeigt die Entwicklung des 'Euroskeptizismus' im Nachkriegsitalien auf. Nach dem weit verbreiteten historischen, auch von der öffentlichen Meinung geteilten Narrativ hat sich das traditionell pro-europäisch orientierte Land seit dem Maastrichter Vertrag zunehmend von den europäischen Institutionen abgewandt; ein Prozess, der sich in den 2010er Jahren als Folge der Eurozone und aufgrund der Migrationskrisen beschleunigte.

Während politische Wahlprogramme, Untersuchungen und Meinungsumfragen diese Theorie weitestgehend bestätigen, erfasst sie die Sachlage doch nicht in ihrer gesamten Komplexität. So lassen sich bereits für die 1940er und 1950er Jahre auf institutioneller und Parteiebene Stellungnahmen nachweisen, die gegen die europäische Integration gerichtet waren. Daher kann man sich fragen, ob die heute im Land auftretende klare Ablehnung der EU nicht auf die lange und enge Verbindung mit den europäischen Institutionen selbst zurückzuführen ist. Das Forschungsprojekt untersucht daher die politischen Entwicklungen in Italien in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, um zu analysieren, in welchem Maße sich daraus die gegenwärtigen politischen Orientierungen ergeben.

Andrea Carlo Martinez M.Phil.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Projekt Europas Gegenbewegungen. Euroskeptische Verflechtungen von den Anfängen der Europäischen Integration bis heute
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