I Codici Minucciani dell'Istituto Storico Germanico

Inventario a cura di Alexander Koller, Pier Paolo Piergentili, Gianni Venditti (311 S.) Roma 2009.

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Das DHI Rom besitzt seit Ende des 19. Jahrhunderts 40 Codices aus dem Nachlaß des aus dem Friaul stammenden Prälaten Minuccio Minucci (1551-1604). Minucci zählte auf Grund seiner Erfahrung als Diplomat vor Ort und seiner Tätigkeit im päpstlichen Staatssekretariat unter Innozenz IX. und Clemens VIII. zu den führenden Deutschlandexperten der römischen Kurie im ausgehenden 16. Jahrhundert. Große Bedeutung kam Minucci vor allem in der Debatte um die Neugestaltung der konfessionellen Politik gegenüber dem Reich nach dem Konzil von Trient zu. Als sein größter Erfolg gilt die langfristige Sicherung des Kölner Erzbistums für die römische Kirche durch seinen tatkräftigen Einsatz zugunsten der Wahl Ernsts von Bayern zum Erzbischof von Köln 1582, die auch ein langjähriges Dienst- und Vertrauensverhältnis zum Haus Wittelsbach begründete.
1892 bot  eine Turiner Buchhandlung das Minucci-Archiv der Direktion der preußischen Staatsarchive zum Kauf an. Auf der Grundlage eines Gutachtens von Walter Friedensburg, des damaligen Sekretärs (Direktors) des Kgl. Preußischen Historischen Institut in Rom, erteilte Heinrich von Sybel, Generaldirektor der preußischen Archive und Vorsitzender der für die Leitung des römischen Instituts zuständigen Kommission, die Genehmigung für den Ankauf der Minucciana. Der wertvolle Handschriftenbestand setzt sich zusammen aus eigenen Texten (Briefen, politischen Memoranden, theologisch-philosophischen Schriften und kulturgeschichtlichen Abhandlungen) sowie zahlreichen Abschriften von politischen und kirchengeschichtlichen Dokumenten v. a. des 15. und 16. Jahrhunderts mit Bedeutung für Gesamteuropa. 1899 verfaßte das damalige Institutsmitglied Karl Schellhass ein handschriftliches Inventar der Sammlung. Dieser schwer zu entziffernde Text in alter deutscher Kursive war bislang das einzige Hilfsmittel zur Erschließung der Minucciana. 2007/08 wurde eine umfassende Neuverzeichnung mit Mitteln der Gerda Henkel Stiftung durchgeführt. Sie ist seit 2009 online zugänglich (313 S./5,8 MB).