Ferdinand Gregorovius: Poesie und Wissenschaft. Gesammelte deutsche und italienische Briefe

Dr. Angela Steinsiek (zusammen mit Prof. Dr. Martin Baumeister)

Ferdinand Gregorovius, Foto: Fratelli D'Alessandri, Roma (nach Recueil. Personnages politiques, ministres, écrivans, musiciens, peintres). Bibliothèque Nationale de France (BNF)

Ferdinand Gregorovius ist neben Theodor Mommsen und Leopold von Ranke der berühmteste und heute vielleicht der am meisten gelesene Historiker des 19. Jahrhunderts. Neben seinem historiographischen und schriftstellerischen Œuvre hat Gregorovius mehrere Tausend Briefe hinterlassen, die ein – auch im literarischen Sinn – einzigartiges Dokument der europäischen Wissenschafts-, Zeit- und Kulturgeschichte darstellen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, auf der Grundlage systematischer Recherche eine repräsentative Auswahl von 600 bis 700 deutschen und italienischen Briefen als kritische Edition in den jeweiligen Originalsprachen Deutsch und Italienisch zu erarbeiten und umfassend zu kommentieren. Innerhalb des Gesamtwerks von Gregorovius kommt dem umfangreichen Briefwechsel eine außerordentliche Bedeutung zu. Die Briefe sind nicht nur für das Verständnis des Werks von Gregorovius unentbehrlich, sondern sie beleuchten durch ihn als Zeitzeuge auch die italienische und die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts im Wechselspiel – und sie lassen eine im Laufe des Jahrhunderts immer größere Fortschrittsskepsis durchblicken, mit der Gregorovius, aber nicht nur er, auf die rasanten Veränderungen reagiert.
Das auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegte Projekt wird seit 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Dr. Angela Steinsiek
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Projektleitung)
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